{"id":1492,"date":"2018-12-12T22:53:49","date_gmt":"2018-12-12T21:53:49","guid":{"rendered":"http:\/\/portius-fotografie.com\/?p=1492"},"modified":"2019-03-31T15:54:34","modified_gmt":"2019-03-31T14:54:34","slug":"dezember-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=1492","title":{"rendered":"Dezember 2018"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;1493&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Winter 2017\/2018 war in weiten Teilen Schwedisch-Lapplands au\u00dfergew\u00f6hnlich schneereich. Viele D\u00e4cher hielten den Schneemassen nicht stand und brachen ein. Immer wieder mussten Hausbesitzer in luftiger H\u00f6he mit Schneeschaufeln Abhilfe schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, ich bin kein Meteorologe, mit lediglich gef\u00fchlsbedingten R\u00fcckschl\u00fcssen in Bezug auf den Klimawandel bin ich als Laie entsprechend vorsichtig. Dass sich aber etwas ver\u00e4ndert hat in der scheinbar heilen Welt Lapplands ist nicht mehr zu \u00fcbersehen. Ich erinnere mich an Winter, die &#8222;erst&#8220; 15, 20 Jahre zur\u00fcckliegen, in denen \u00fcber viele, viele Wochen Temperaturen um die -20\u00b0 C herrschten. Darauf war Verlass, auch auf kurzzeitige Ausrei\u00dfer nach oben und unten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile sind die Temperaturunterschiede innerhalb relativ kurzer Zeitr\u00e4ume nach meiner Wahrnehmung jedoch sehr viel st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt. 1. Weihnachtstag: -38\u00b0 C, 28. Dezember: -12\u00b0 C, 31. Dezember: -4\u00b0 C, 6. Januar: -29 \u00b0 C. Fr\u00fcher fast undenkbar: Sogar Tage mit Plusgraden mischen die Winterstatistik auf.\u00a0 Das muss in Zukunft nat\u00fcrlich nicht immer so sein, daf\u00fcr sind die Parameter, die zum Klimawandel f\u00fchren, viel zu komplex.<strong>*<\/strong> Doch auch befreundete samische J\u00e4ger und Rentierhirten, die nach wie vor viel Zeit in der Natur verbringen, beschreiben mir in Gespr\u00e4chen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch vor wenigen Jahren war es quasi undenkbar, dass die Rentierherden vieler Waldsami in den Wintermonaten eine Zuf\u00fctterung ben\u00f6tigen. Der normalerweise so lockere, pulverige Schnee bereitete den Tieren keine Probleme, das unter der Schneedecke verborgene Futter freizulegen. Die ungew\u00f6hnlichen Temperaturschwankungen haben das jedoch ver\u00e4ndert. Der Schnee taut an, festigt sich wieder und vereist. Regen f\u00e4llt drauf, es folgt erneuter Schneefall, und ein weiterer relativ warmer Tag zieht nur 48 Stunden sp\u00e4ter herauf. Kurz: Die daraufhin harte und stark verkrustete Decke aus Schnee und Eis macht es den Rentieren nahezu unm\u00f6glich, das dringend ben\u00f6tigte Futter freizuscharren. Die extrem gut angepassten Tiere haben in diesem Fall keine Chance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Rentierhirten bedeuten die wochenlangen Zuf\u00fctterungen immense Kosten, die sich aufgrund notwendiger Tierarzthonorare weiter erh\u00f6hen. Das Zusatzfutter ist n\u00e4mlich f\u00fcr die Tiere weitaus weniger bek\u00f6mmlich, als die nat\u00fcrlichen Ressourcen. Ich habe Fotos gesehen, auf denen Hirten im Winterwald neben ihren Tieren stehen und einen Tropf in die H\u00f6he halten &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr trockene Hitzesommer und niederschlagsreiche Winter steigen wohl. Meteorologen sprechen in diesem Zusammenhang von &#8222;Standwetter&#8220;<strong>*<\/strong>. Gemeint ist damit andauerndes Wetter, also Hochs und Tiefs, die sehr langsam ziehen und wochenlang bestehen bleiben k\u00f6nnen. \u00dcbertragen auf das Landesinnere des n\u00f6rdlichen Skandinaviens bedeutet das starke und ungew\u00f6hnlich lang anhaltende Schneef\u00e4lle in relativer W\u00e4rme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein unumst\u00f6\u00dflicher Grundsatz f\u00fcr &#8222;Wetter&#8220; ist die Tatsache, dass sich die Sonnenenergie auf der Erde unterschiedlich verteilt. An den Polen ist es kalt, in \u00e4quatorialen Regionen warm. Diese Unterschiede werden von der Luft ausgeglichen. Sie setzt sich in Bewegung &#8211; je gr\u00f6\u00dfer die Temperaturunterschiede sind, umso schneller. In den vergangenen Jahrzehnten haben aufgrund der generellen Erderw\u00e4rmung die Eisfl\u00e4chen der Polarregionen jedoch deutlich abgenommen. Schon kurze Recherchen zeigen, dass sich dar\u00fcber weltweit Wissenschaftler und Forschungsinstitute einig sind. Die gewonnen Daten sprechen hier eine deutliche Sprache. Durch den R\u00fcckzug des Eises nehmen die Temperaturunterschiede zwischen Polarregionen und dem \u00c4quator ab. Das schw\u00e4cht die globalen Luftstr\u00f6mungen. Eine Folge kann das beschriebene &#8222;Standwetter&#8220; sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die wenigen Samen, die noch ausschlie\u00dflich von der traditionellen Rentierzucht leben, bedeuten die klimatischen Auswirkungen eine existenzielle Krise. Nach vielen Monaten harter Arbeit fahren sie am Ende des Winters ein dickes Minus ein, wenn die Arzt- und Futterrechnungen kommen &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>*<\/strong>Vergleiche u. a. <strong>&#8222;Sven Pl\u00f6ger: Der Jetstream bringt das Standwetter&#8220;<\/strong>, swp.de vom 23.11.2018, Autorin: Annika Schneider<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D72|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;1493&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text] Der Winter 2017\/2018 war in weiten Teilen Schwedisch-Lapplands au\u00dfergew\u00f6hnlich schneereich. Viele D\u00e4cher hielten den Schneemassen nicht stand und brachen ein. 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