{"id":2550,"date":"2019-09-30T17:58:42","date_gmt":"2019-09-30T15:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/portius-fotografie.com\/?p=2550"},"modified":"2019-10-01T07:18:43","modified_gmt":"2019-10-01T05:18:43","slug":"oktober-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=2550","title":{"rendered":"Oktober 2019"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;2549&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]Es ist Anfang Oktober, in rund f\u00fcnf Wochen legt sich wieder dauerhaft die wei\u00dfe Stille des Polarwinters \u00fcber Schwedisch-Lappland, der Heimat der samischen Urbev\u00f6lkerung hoch oben am Polarkreis. Bis zum ersten Schneefall m\u00fcssen die Familien, die noch ganz oder wenigstens teilweise von der Rentierzucht leben, alle wichtigen Aufgaben erledigt haben. Bevor die Region endg\u00fcltig im Zwielicht der Polarnacht versinkt, gilt es, die Tiere zusammenzutreiben und einzelne Tiere f\u00fcr die Schlachtung auszuw\u00e4hlen. Die verschiedenen Hirtenfamilien sind dabei in aller Regel zu Kooperativen zusammengeschlossen, die jeweils klar begrenzte Gebiete in der Weite des Landes \u201ebewirtschaften\u201c. Diese Organisationsform erm\u00f6glicht den Sami nicht nur effektive Arbeitsteilungen, sondern spart auch Kosten.<\/p>\n<p><strong>Schutz vor Fressfeinden<\/strong><\/p>\n<p>Das Foto zeigt einige Vertreter einer Winterherde in der Region um Arjeplog, die zur Osterzeit 2019, dem Zeitpunkt der Aufnahme, aus mehr als 1.700 Tieren bestand. Aus Sicht der Hirten macht es Sinn, die Tiere in der kalten Jahreszeit zusammenzuhalten. So k\u00f6nnen sie die Tiere viel besser vor hungrigen R\u00e4ubern wie Vielfra\u00df oder B\u00e4r sch\u00fctzen und, sollte es notwendig sein, auch sehr viel einfacher zuf\u00fcttern. Die fotografierte Winterherde hatte schon eine kleine Odyssee hinter sich: Im Herbst des Vorjahres wurden viele der Tiere per Lkw in Richtung Ostk\u00fcste verfrachtet. Dort ist es durchschnittlich immer etwas w\u00e4rmer, was ihnen bei der Futtersuche im Winterwald entgegenkam. In fr\u00fcheren Zeiten hingegen liefen die Tiere \u00fcber mehrere Tage in die (etwas) w\u00e4rmeren Gefilde, stets begleitet und angetrieben von Rentierhirten auf Skiern und in Fellen gekleidet. Das klingt ohne Zweifel romantischer, bedeutete jedoch in alter Zeit auch viel mehr M\u00fchsal und Gefahren f\u00fcr Mensch und Tier angesichts der Risiken von Fluss\u00fcberquerungen, schlechten Sichtverh\u00e4ltnissen und pl\u00f6tzlichen Wetterumschw\u00fcngen in einer Welt aus Schnee und Eis.<\/p>\n<p><strong>Ohrmarkierungen helfen bei der Identifikation<\/strong><\/p>\n<p>Nun, zur Osterzeit, war die Herde zur\u00fcck. Tiefsttemperaturen von minus 30\u00b0 C und darunter sind vergessen. Im Mai werden die K\u00e4lber geboren. Im Juni und Juli folgt dann die Rentierscheide, die nichts anderes als eine Bestandsaufnahme ist. Von klein auf trainieren die Sami die Identifikation ihrer eigenen Tiere im Gewusel eines Corrals, in dem schnell hunderte Tiere von verschiedenen Familien zusammenkommen. Die Hirten achten dabei besonders auf die Ohren, in denen sich geschnittene Markierungen befinden, die, nach dem Prinzip des Fingerabdrucks, eine unverwechselbare Identifikation erm\u00f6glichen. Die neu geborenen K\u00e4lber erhalten diese Familienmarkierungen, die mit kleinen Messern ausgef\u00fchrt werden und die Tiere nicht sonderlich beeindrucken.<\/p>\n<p>Faszinierend ist, wie sicher die Hirten die kleinen Schnittmarken erkennen und auch setzen und wie geschickt sie mit Lassos umgehen, um die Tiere einzufangen. Nach dieser Fr\u00fchjahrsprozedur wandern die halbwilden Tiere in die W\u00e4lder und verbringen dort die wenigen Sommerwochen, bevor sie dann im Herbst wieder zusammengetrieben und erneut in Richtung K\u00fcste gebracht werden.<\/p>\n<p><strong>Ein Symbol des hohen Nordens<\/strong><\/p>\n<p>Abgesehen vielleicht von Moskitos habe ich nie zuvor so viele Tiere einer Spezies um mich herum erlebt. Wie ein einziger geheimnisvoller Organismus erschien mir die Herde, die sich bis zum weit entfernten Waldrand erstreckte und eine eigent\u00fcmliche Ruhe ausstrahlte. Auffallend ist diese Verhaltens\u00e4nderung im Vergleich zum Sommer. Dann n\u00e4mlich halten die Tiere in aller Regel geb\u00fchrenden Abstand und lassen sich nicht ganz so problemlos fotografieren. Zur Osterzeit hingegen stand ich mit meiner Kamera inmitten einer Herde, die wie kaum etwas sonst den hohen Norden Europas symbolisiert \u2026[\/vc_column_text][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D72|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;2549&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]Es ist Anfang Oktober, in rund f\u00fcnf Wochen legt sich wieder dauerhaft die wei\u00dfe Stille des Polarwinters \u00fcber Schwedisch-Lappland, der Heimat der&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2549,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[9],"class_list":["post-2550","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bild-des-monats","tag-bilddesmonats"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2550"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2561,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2550\/revisions\/2561"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}