{"id":3020,"date":"2020-04-30T20:00:47","date_gmt":"2020-04-30T18:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/portius-fotografie.com\/?p=3020"},"modified":"2020-04-28T10:50:14","modified_gmt":"2020-04-28T08:50:14","slug":"mai-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=3020","title":{"rendered":"Mai 2020"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;3023&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]<span style=\"color: #000000;\">Das Foto mit dem doppelten Regenbogen habe ich an einem Junitag bei wechselhafter Witterung auf dem Berg Galtispouda in Schwedisch-Lappland eingefangen. Immer wieder zogen Regenschauer \u00fcber die Landschaft, die ihren Teil zu dem Naturph\u00e4nomen beitrugen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch wie ist das eigentlich mit dem Zusammenspiel von Licht, Wassertr\u00f6pfchen in der Luft und den daraus resultierenden Farben des Regenbogens? Unternehmen wir eine kleine Reise in die Physik des Lichts, der sich ein Fotograf durchaus mal stellen sollte. Schlie\u00dflich ist es immer vorteilhaft, wenn der Bilderj\u00e4ger hinter der Kamera versteht, was sich vor der Linse zeigt. Zugegeben, der Text ist etwas ausf\u00fchrlicher, doch es muss ja nicht immer allzu Simples in lediglich Tweetl\u00e4nge sein &#8230;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Farbe steckt im Licht<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein Gedankenspiel: W\u00fcrde auf dem Stein im Vordergrund des Fotos eine Banane liegen und per Zauberei k\u00f6nnte pl\u00f6tzlich die Polarnacht hereinbrechen, w\u00e4re es vorbei mit der Leckerei. Sprich: Wir k\u00f6nnten die Banane nicht mehr sehen. Ebenso k\u00f6nnten wir nat\u00fcrlich die Seen und Berggipfel nicht mehr erkennen und m\u00fcssten das Stativ mitsamt Kamera abbauen. So banal, so klar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Diese Feststellung f\u00fchrt aber zu einer grundlegenden Erkenntnis, \u00fcber die wir in aller Regel gar nicht mehr nachdenken: Die gelbe Farbe der Banane steckt nicht in der Frucht selbst, sonst w\u00e4re sie weiterhin zu sehen. Daraus folgt die logische \u00dcberlegung, dass die Farbe im Licht steckt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">Sonnenlicht und Glasprisma<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Genau darauf ist bereits das englische Genie Issac Newton im Jahre 1666 gekommen. Eigentlich untersuchte der Naturwissenschaftler gerade die Gesetze der Schwerkraft, als er Sonnenlicht durch ein Glasprisma fallen lie\u00df. Er erhielt im Ergebnis die auch im Foto zu sehenden Regenbogenfarben des sogenannten sichtbaren Spektrums (rote, gr\u00fcne und blaue Lichtwellen, auch Grundfarben genannt, mitsamt Abstufungen). Das war zun\u00e4chst nichts Neues und wurde bereits zuvor beobachtet. Bis dato ging man aber einfach davon aus, dass die Farben im Glas bereits irgendwie vorhanden waren. Newton ging jedoch einen Schritt weiter und schickte den Sonnenstrahl durch ein zweites Prisma, das den urspr\u00fcnglich wei\u00dfen Lichtstrahl wiederherstellte. Anders formuliert: Er hob die zuvor erfolgte Aufspaltung des wei\u00dfen Lichts in seine Grundfarben durch unterschiedliche Ablenkung der verschiedenen Wellenl\u00e4ngen des Lichts innerhalb des zweiten Prismas wieder auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Hintergrund: Lichtquellen wie die Sonne oder eine Schreibtischlampe senden permanent Abermilliarden sogenannte <strong>Photonen<\/strong>, also farbige Lichtteilchen, aus, die als Lichtwellen im sogenannten elektromagnetischen Spektrum definiert sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Preisfrage: Warum erscheint uns Licht trotzdem meistens wei\u00df und nicht rot, gelb, gr\u00fcn und blau gleichzeitig? Worauf basiert die Erkenntnis von Newton, dass Licht, das wir als wei\u00df auffassen, tats\u00e4chlich eine Mischung aller Farben innerhalb des Spektrums ist?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Beleuchten wir zun\u00e4chst unseren Sehapparat mitsamt Netzhaut. In ihr befinden sich drei verschiedene Arten von Zapfen (Lichtsinneszellen), die daf\u00fcr zust\u00e4ndig sind, immerzu Lichtteilchen einzufangen. Die Zapfen sind spezialisiert: Eine Art sammelt besonders gut blaue Lichtteilchen ein, die zweite Art gr\u00fcne und auch gelbe, die dritte Art k\u00fcmmert sich um rote, l\u00e4sst aber auch gelbe und orangefarbene nicht ganz au\u00dfer Acht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im n\u00e4chsten Schritt kommt unser Gehirn mit seiner besonderen Konstruktion ins Spiel. Unser Denkapparat \u00fcbersetzt die von den Nervenbahnen der Netzhaut kommenden Signale in Farben. Dabei gibt es aber nun ein \u201eProblem\u201c, denn das Hirn kann uns immer nur eine Farbe zeigen. Wenn die Zapfen <u>gleichzeitig<\/u> Lichtteilchen aus dem gesamten Spektrum einsammeln, trickst es und berechnet eine Mischfarbe. Da ist sehr clever von der Evolution gel\u00f6st, w\u00e4re es nicht so, m\u00fcssten in unserer Netzhaut unz\u00e4hlige Zapfen vorhanden sein \u2013 f\u00fcr jede m\u00f6gliche Farbe eine spezialisierte Art. Das von uns wahrgenommene wei\u00dfe Licht enth\u00e4lt weiterhin alle Farben, es ist eine Mischung aus Rot, Gr\u00fcn und Blau, die unser Gehirn kreiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Falle der Regenb\u00f6gen \u00fcbernehmen die in der Luft befindlichen Wassertr\u00f6pfchen die Funktion des ersten Prismas von Newton: Sie spalten bzw. f\u00e4chern das von der Sonne kommende Licht in die roten, gr\u00fcnen und blauen Lichtwellen auf.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Das Gelb der Banane<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nun umschiffen wir die letzte Klippe. Warum erscheint die Banane gelb? Wie f\u00fcgt sich das in die oben beschriebenen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten ein? <\/span><span style=\"color: #000000;\">Die Schale der Banane erscheint uns gelb, weil sie den blauen Teil der Lichtstrahlen verschluckt (absorbiert), sie erreichen also gar nicht erst die Zapfen in unserer Netzhaut. Lediglich die Lichtstrahlen des roten und gr\u00fcnen Teils des Spektrums werden von der Oberfl\u00e4che der Bananenschale zur\u00fcckgeworfen, also reflektiert, und werden von den auf diese Lichtteilchen spezialisierten Zapfen \u201eeingesammelt\u201c. Wichtig dabei: Die Mischung (Mischfarbe) von den auf die Netzhaut gleichzeitig gelangenden roten und gr\u00fcnen Lichtteilchen ergibt gelb.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">So geht es weiter: Tomaten und Erdbeeren reflektieren die roten Photonen, Weintrauben werfen die gr\u00fcnen zur\u00fcck, der Farbstoff Chlorophyll verschluckt in Bl\u00e4ttern blaue und rote Lichtteilchen, sodass sie f\u00fcr unser Gehirn ebenfalls gr\u00fcn erscheinen. Und das wei\u00dfe Blatt Papier reflektiert die Strahlen aller Wellenl\u00e4ngen des Spektrums. Das Auge sieht deshalb die wei\u00df erscheinende Mischung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u00dcbrigens: Die absorbierten Lichtteilchen werden in W\u00e4rme umgewandelt. Effektive \u201eLichtschlucker\u201c sind deshalb nicht nur dunkel, sondern oft auch warm. Ein gutes Beispiel ist das ungemein aufgeheizte (dunkle) Lenkrad eines Pkws in der Hitze eines Sommertags \u2026<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">Lange Wege durch die Atmosph\u00e4re<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Schauen wir nochmals auf das Foto. Auch das Blau des Himmels entsteht aufgrund der beschriebenen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Wenn das Sonnenlicht durch die Atmosph\u00e4re dringt, werden die blau erscheinenden Lichtwellen st\u00e4rker abgelenkt bzw. gestreut als die roten. Was wir also als blauen Himmel wahrnehmen, ist der blaue Anteil aus den Sonnenstrahlen, der in der Atmosph\u00e4re zerstreut wird. Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Warum erscheint die Sonne bei Auf- und Unterg\u00e4ngen rot? Steht die Sonne in der N\u00e4he des Horizonts, legen ihre Strahlen einen l\u00e4ngeren Weg durch unsere Atmosph\u00e4re zur\u00fcck, als wenn sie hoch am Himmel stehen w\u00fcrde. Auf dem l\u00e4ngeren Weg werden so viele blaue Lichtteilchen aus dem Sonnenlicht zerstreut, dass fast nur noch rote bzw. orangefarbene Photonen \u00fcbrig bleiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Foto: <\/strong>Doppelter Regenbogen. Canon EOS 500D, 3,5-6,3, 18-200 mm, 18 mm , 1\/125 sec, f\/7,1, ISO 100<\/em><\/span>[\/vc_column_text][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D72|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;3023&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]Das Foto mit dem doppelten Regenbogen habe ich an einem Junitag bei wechselhafter Witterung auf dem Berg Galtispouda in Schwedisch-Lappland eingefangen.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3023,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13,6],"tags":[9],"class_list":["post-3020","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bild-des-monats","category-schweden","tag-bilddesmonats"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3020","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3020"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3020\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3039,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3020\/revisions\/3039"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3020"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3020"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3020"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}