{"id":4554,"date":"2021-05-01T08:11:00","date_gmt":"2021-05-01T06:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=4554"},"modified":"2021-05-01T12:36:01","modified_gmt":"2021-05-01T10:36:01","slug":"mai-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=4554","title":{"rendered":"Mai 2021"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;4556&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]<span style=\"color: #000000;\">Kein ernsthafter Text, der Huskys, Musher, ihre Schlitten und die eisigen Winter im arktischen Norden skizziert, kommt ohne die Geschichte vom legend\u00e4ren <strong>Serum Run to Nome<\/strong> aus. Die knapp 100 Jahre zur\u00fcckliegenden Ereignisse lesen sich wie ein Krimi, ein gro\u00dfes Drama mit gl\u00fccklichem Ausgang, trotz vieler Menschenleben, die verloren gingen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Fliegen ist unm\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dezember 1924 \/ Januar 1925: Der Jahreswechsel ist selbst f\u00fcr diese Breitengrade ungew\u00f6hnlich kalt an der Nordwestk\u00fcste <strong><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaskas<\/a><\/span><\/strong>. Hier liegt das \u00d6rtchen <span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nome_(Alaska)\">Nome<\/a><\/strong><\/span>, das w\u00e4hrend des Polarwinters von der Au\u00dfenwelt nahezu abgeschnitten ist. Noch ist die Flugzeugtechnik nicht so weit entwickelt, dass Winterfl\u00fcge in extremer K\u00e4lte mit einem Mindestma\u00df an Sicherheit m\u00f6glich sind. Drei Flugzeuge gibt es in diesen Tagen in Alaska \u2013 mit offenen Cockpits und wassergek\u00fchlten Motoren. Die erfahrenen Piloten sind zu dieser Jahreszeit im S\u00fcden t\u00e4tig, tausende Kilometer entfernt. Stra\u00dfen gibt es nicht, die von Nome enden am Ortsrand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Lediglich Musher mit ihren Huskys sind im Winter in der Lage, eine Verbindung vom s\u00fcdlich von Fairbanks im Binnenland gelegenen Ort Nenana bis nach Nome aufrechtzuerhalten. Rund 1100 Kilometer betr\u00e4gt die Entfernung, f\u00fcr die Hundeschlittenf\u00fchrer normalerweise rund 25 Tage ben\u00f6tigen. Sie transportieren insbesondere Post durch das Herz Alaskas, damals wie heute eine Wildnis, die keine Fehler verzeiht. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Nach Nenana gelangt die Post per Bahn von Seward aus, dem n\u00e4chstgelegenen eisfreien Hafen \u2013 weitere 400 Kilometer entfernt. Zusammengenommen also gut 1500 Kilometer, die heute unter dem Namen <span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iditarod_Trail\">Iditarod Trail<\/a><\/strong><\/span> ber\u00fchmt sind.<\/span><\/p>\n<p><strong>Nur ein Arzt weit und breit<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Winter 1924\/25 ist Curtis Welch der einzige Arzt in Nome, als er ein zweij\u00e4hriges Kind vom Volk der Athabasken, den Ureinwohnern in diesem riesigen Landstrich, untersucht. Er diagnostiziert zun\u00e4chst eine Mandelentz\u00fcndung, keine 24 Stunden sp\u00e4ter verstirbt das Kind jedoch. In den folgenden Tagen teilen mehr und mehr Menschen dieses Schicksal, bis aufgrund der Symptomatik klar ist, dass es sich um <span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/EpidBull\/Merkblaetter\/Ratgeber_Diphtherie.html\">Diphtherie<\/a><\/strong><\/span> handeln muss, die sich schnell zu einer Epidemie ausweiten k\u00f6nnte. Doch es gibt Hoffnung, das wei\u00df Curtis Welch: Dieser schweren bakteriellen Infektion, die mittels Tr\u00f6pfchen \u00fcbertragen wird, kann mit Impfungen entgegengetreten werden. Doch woher das Serum, ein Antitoxin, nehmen? In Nome gibt es viel zu wenig Einheiten des lebensrettenden Stoffes \u2013 und selbst die sind abgelaufen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Ein Hilferuf<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am 22. Januar telegrafiert Welch schlie\u00dflich an das United States Army Signal Corps und nach Washington. Alle Siedlungen Alaskas werden daraufhin vor der drohenden Gesundheitsgefahr gewarnt. Rund 10.000 Menschen leben zu dieser Zeit im Nordwesten des Territoriums (49. Bundesstaat der USA wird Alaska erst 1959). W\u00e4hrend der Arzt telegrafiert und daraufhin auf h\u00f6chster Ebene L\u00f6sungen diskutiert werden, sterben zwei weitere Menschen, zwanzig sind bereits infiziert. Die Sterberate liegt bei ann\u00e4hernd 100 Prozent.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nach langem Hin und Her entscheidet das Gesundheitsministerium schlie\u00dflich, dass das Serum auf der entscheidenden letzten Strecke per <strong>Hundeschlittenstaffel<\/strong> nach Nome zu bringen ist. Um das umsetzen zu k\u00f6nnen, sollen zun\u00e4chst 1,1 Millionen Einheiten mit der <em>Alameda<\/em> auf dem Seeweg nach Seward verfrachtet werden \u2013 Dauer daf\u00fcr allein sechs bis sieben Tage.<\/span><\/p>\n<p><strong>Hilfe aus Anchorage<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Pl\u00f6tzlich zeichnet sich jedoch eine schnellere L\u00f6sung ab: John Beeson, leitender Chirurg am <em>Railroad Hospital<\/em> in <span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anchorage\">Anchorage<\/a><\/strong><\/span>, stellt am 26. Januar 300.000 Einheiten des Serums zur Verf\u00fcgung. Das reicht zwar nicht, um die Epidemie vollst\u00e4ndig zu stoppen, doch k\u00f6nnte sie zumindest so lange einged\u00e4mmt werden, bis weiterer Nachschub kommt. Schon einen Tag sp\u00e4ter trifft ein 9 kg schweres Paket am Bahnhof in Nenana ein. Der Musher Bill Shannon nimmt es um 21:00 Uhr in Empfang. Ihn und seine neun Hunde erwartet ein 84 Kilometer langes Teilst\u00fcck. Die Temperatur liegt bei unter -40\u00b0 C. Das Serum darf jedoch unter keinen Umst\u00e4nden gefrieren. Am Ende \u00fcbergibt er die wertvolle Ladung mit nur noch sechs Hunden und schweren Erfrierungen im Gesicht an Edgar Kallands.<\/span><\/p>\n<p><strong>Zusammensto\u00df mit einem Karibu<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Insgesamt 20 Musher, die besten ihrer Zunft und zum Gro\u00dfteil vom Volk der Athabasken, werden eingesetzt. Die Strecke verlangt ihnen alles ab: Myles Gonangnan \u00fcbersteht einen Sturm mit Temperaturen von -53\u00b0 C. Der Schlitten von Henry Ivanoff st\u00f6\u00dft mit einem Karibu zusammen, und Charlie Evans erfrieren zwei Hunde, weil er vergisst, ihre Pfoten mit Hasenfell zu sch\u00fctzen. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Die l\u00e4ngste Teilstrecke \u00fcber 146 Kilometer legt der Norweger Leonhard Seppala mit seinem Leithund Togo zur\u00fcck. In seiner Heimat, dem nordnorwegischen Skibotn, errichtet man dem Musher sp\u00e4ter ein Denkmal. Leithund Togo stirbt am 5. Dezember 1929. Noch heute kann er ausgestopft im Iditarod-Museum im alaskischen Wasilla betrachtet werden.<\/span><\/p>\n<p><strong>Suche im Schnee<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die letzte Etappe von Bluff nach Nome \u00fcbernimmt schlie\u00dflich Gunnar Kaasen. Ein Sturm wirft seinen Schlitten um. Er zieht sich Erfrierungen an den H\u00e4nden zu, als er im Schnee nach dem heruntergefallenen Paket sucht \u2026 Schlie\u00dflich erreicht er die Front Street von Nome am 1. Februar um 5:30 Uhr. Keine Ampulle ist zerbrochen, das Antitoxin ist nicht gefroren. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Die Teams haben f\u00fcr 1085 Kilometer 127,5 Stunden ben\u00f6tigt. Die Epidemie kann einged\u00e4mmt werden, auch weil eine zweite Lieferung ebenfalls per Hundeschlitten am 15. Februar in Nome eintrifft. Ein Versorgungsflug hat bis dahin aufgrund technischer Probleme immer noch nicht geklappt\u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das Foto zeigt ein Gespann von der <span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.husky-farm-veijejaur.se\/\">Husky-Farm-Veijejaur<\/a><\/strong><\/span> in Schwedisch-Lappland. Ich bin immer wieder von Huskys beeindruckt. Von ihrem unb\u00e4ndigen Willen und der sp\u00fcrbaren Freude, wenn sie einfach nur rennen und ziehen d\u00fcrfen. Und wenn ich als Musher tats\u00e4chlich mal bremsen muss, ernte ich von mindestens zwei meiner vierbeinigen Begleiter verwunderte Blicke \u00fcber die Schultern hinweg. Sie haben eine eindeutige Botschaft f\u00fcr mich: \u201eWas bist Du eigentlich f\u00fcr ein Trottel, es gibt keinen Grund f\u00fcrs Bremsen!\u201c<\/span><\/p>\n<p><em><strong>Foto:<\/strong> Hundeschlitten, Schwedisch-Lappland. Canon EOS 6D Mark II, DG HSM Art F 1.4, 85 mm, 1\/1000 s<\/em><em>ec, f\/3,2, ISO 500.<\/em>[\/vc_column_text][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D72|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;4556&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]Kein ernsthafter Text, der Huskys, Musher, ihre Schlitten und die eisigen Winter im arktischen Norden skizziert, kommt ohne die Geschichte vom legend\u00e4ren&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4556,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13,6],"tags":[9],"class_list":["post-4554","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bild-des-monats","category-schweden","tag-bilddesmonats"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4554"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4568,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4554\/revisions\/4568"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}