{"id":594,"date":"2018-01-27T20:26:32","date_gmt":"2018-01-27T20:26:32","guid":{"rendered":"http:\/\/portius-fotografie.com\/?p=594"},"modified":"2019-09-16T21:31:19","modified_gmt":"2019-09-16T19:31:19","slug":"zum-weltraum-und-noch-viel-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=594","title":{"rendered":"Kolumne \u201eNeulich\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;701&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend meiner T\u00e4tigkeit als Redakteur rief ich die Zeitungskolumne \u201eNeulich\u201c ins Leben, in der ich mich w\u00f6chentlich den kleinen und gro\u00dfen Dingen des Lebens mit einem Augenzwinkern widmete. Immer wieder stand dabei die Aufzucht unseres Nachwuchses im Mittelpunkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Eine aufregende, wundersch\u00f6ne und auch anstrengende Phase unseres Familienlebens, zu der ich heute, mit einigen Jahren Abstand, sagen kann, dass Kinder die besten Zeitmaschinen der Welt sind. Jedenfalls war das mein erster Gedanke, als ich die Texte erneut las. Hier eine kleine Auswahl von \u201eNeulichs\u201c.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum Weltraum und noch viel weiter<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Achtung!!!<\/strong> Diese kleine einleitende Warnung scheint mir diesmal angebracht, denn heute wird es ziemlich gef\u00fchlsduselig und melancholisch zugehen. Falls Ihnen gerade nicht danach ist, weil Sie vielleicht heute Abend auf eine Party gehen oder ein Sonnenbad im lauschigen Garten lockt, heben Sie sich diesen Text besser f\u00fcr einen dieser grau-nebligen Novembertage auf, an denen sowieso alles egal ist \u2026<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Unser Gro\u00dfer stand neulich im Arbeitszimmer an meinem Schreibtisch: \u201ePapa, k\u00f6nnen wir zusammen spielen?\u201c Ich h\u00e4tte fast Nein gesagt, ihn abgewimmelt, da ich ja so viel Wichtiges zu tun hatte. Telefonate f\u00fchren, Rechnungen pr\u00fcfen, einen Artikel fertig schreiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Doch wie er da so vor mir stand, mit seinem roten K\u00e4ppi, unter dem ich stets meine braunen Augen erkenne, und in seiner kurzen Hose, die den Blick freigab auf ein verschrammtes Knie und gr\u00fcn-blau geprellte Schienbeine, wie sie wohl nur Jungs in seinem Alter haben k\u00f6nnen, lie\u00df ich die Arbeit einfach liegen. Nie mehr w\u00fcrde er f\u00fcnf Jahre und neun Tage alt sein. Wir sollten den Moment nutzen. Hier und jetzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Also legten wir uns auf den Kinderzimmerteppich und parkten gemeinsam seine 6.000 Spielzeugautos. Ich beantwortete auch alle dr\u00e4ngenden Fragen zu den st\u00e4rksten Raubtieren, gr\u00f6\u00dften Dinos, tapfersten Indianerh\u00e4uptlingen und schnellsten Rennwagen. Eine Stunde nur. Mein Sohn h\u00f6rte mit ganzer kindlicher Ernsthaftigkeit zu, strahlte und kuschelte sich an. Kurz: Wir gaben uns dieser geheimnisvollen \u201eVater-Sohn-Sache\u201c hin, \u00fcber die sonst immer nur in jenen Erziehungsratgebern spekuliert wird, die die Freundinnen einer Freundin meiner Frau empfohlen haben.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als ich schlie\u00dflich aus dem Zimmer ging, gab mir mein Sohn seine Erkenntnis mit auf den Weg: \u201ePapa, ich habe Dich lieb bis zum Weltraum!\u201c Wie konnte ich vor nur sechzig Minuten glauben, die Erledigung meiner Arbeit sei heute das Wichtigste?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Neben dem Computerbildschirm steht ein Bild von unserem Filius: Ein winziger S\u00e4ugling, der mit hochrotem Kopf schreit und die kleinen H\u00e4nde zu F\u00e4ustchen ballt \u2013 im kommenden Jahr werden wir bereits seine erste Schultasche kaufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich denke an die Worte eines kanadischen Trappers aus dem filmischen Kleinod &#8222;Picture of Light&#8220; (Regie: Peter Mettler), der hoch im Norden in einer einsamen, harten und unnachgiebigen Wildnis lebt und dennoch oder gerade deshalb vom Leben so viel mehr versteht als die meisten von uns: \u201eWenn ein Mensch 100 Jahre alt wird, lebt er 36.500 Tage. Klingt unheimlich viel, nicht? Ziehen wir ein Drittel ab zum Schlafen, bleiben 24.000 Tage. Noch ein Drittel geht drauf f\u00fcrs Erwachsen- und Altwerden, dann bleiben noch 16.000 Tage. Wenn man dann wei\u00df, was man tun will, bleiben vielleicht noch 8.000 Tage \u00fcbrig. Jeder davon muss maximiert werden. 8.000-mal kann man ausgehen, einkaufen gehen, Sex haben, eine Party feiern. Nach ein paar Jahrzehnten bleiben noch 30, 40 Seasons f\u00fcr die G\u00e4nsejagd \u00fcbrig. Klingt nicht nach viel. Jahre lassen es nach einer langen Zeit klingen. 30 Jahre \u2026, aber das sind nur 10.950 Tage. Das ist gar nichts. Keine Zeit.\u201c<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Tagesbericht<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eDie Familie ist in Ordnung, wenn man den Papagei unbesorgt verkaufen kann\u201c, wusste schon der amerikanische Humorist und Schriftsteller Will Rogers (1879-1935). Nun, selbst wenn wir in unserer Familie einen derartigen gefiederten Mitbewohner h\u00e4tten \u2013 auf Stoff zum Ausplaudern h\u00e4tte er in den vergangenen drei Wochen vergeblich gewartet: Gattin, Sohnemann und T\u00f6chterchen waren n\u00e4mlich auf Reisen. Was f\u00fcr ein Frieden im Haus! Was f\u00fcr eine Ruhe ohne Nachwuchs! Keine Dreij\u00e4hrige, die sich schon fr\u00fchmorgens \u00fcber zu hei\u00dfe Milch beschwert, nur um anschlie\u00dfend mit gro\u00dfem Ernst dar\u00fcber zu diskutieren, ob die von Papa ausgew\u00e4hlten Zopfgummis farblich auch wirklich zum T-Shirt passen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Keine lautstarken Unschulds\u00e4u\u00dferungen vom sechsj\u00e4hrigen Filius, der sich mal wieder gar nicht erkl\u00e4ren kann, warum erstens Tomatenso\u00dfe unsere K\u00fcchenfliesen versch\u00f6nert und zweitens seine kleine Schwester schon wieder weint. Jaaa, ich verlebte drei herrlich ruhige und mit Entspannung angef\u00fcllte Wochen \u2013 sogar die Tagesschau um 20 Uhr war drin! Nur mit einem Problem hatte ich zu k\u00e4mpfen: Es war <em>zu<\/em> ruhig und <em>zu<\/em> entspannt. Nicht mal Tomatenso\u00dfe auf den Fliesen (au\u00dfer meiner eigenen). Etwas fehlte! Kein Nachrichtensprecher der Welt kann die Leere des Raumes so unterhaltsam f\u00fcllen wie die stets aktuellen Tagesberichte unserer Kinder.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Kaum drehe ich nach einem B\u00fcrotag den Schl\u00fcssel in der Wohnungst\u00fcr, geht es los: \u201ePapaaa ist da! Lukas, Mama, der Papaaa! Hast Du uns was mitgebracht? Ich habe heute im Kindergarten gar nicht geweint. Guck mal, mein neues Tatuuu-Bild! Zwei Jochhurts habe ich gestern \u2013 heute Mittag \u2013 gegessen. Und sieben Nudeln, nein f\u00fcnf. Papa, hast Du uns auch wirklich nichts mitgebracht? Frag\u2019 Mama, ich war heute in echt lieb! Neun Nudeln habe ich gegessen! Und Lukas war auch lieb. Nur einmal hat er mich geschubst, aus Versehen aber. Lukas hat seinen Jochhurt nicht geschafft. Ich habe meinen ganzen Teller verputzt. Alle Nudeln sind weg. Nur eine einzigste ist auf den Boden geplumpst. Oma hat angeruft. Warum hast du uns nichts mitgebracht?\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Soweit der Rapport unserer Tochter. Aus Gr\u00fcnden des Textverst\u00e4ndnisses verzichte ich an dieser Stelle auf die Einlassungen unseres Sohnes, der nat\u00fcrlich immer parallel zu seiner Schwester berichtet. Ja, dieses Kinderchaos hat mir gefehlt. Ich werde mich nun verst\u00e4rkt mit den Kleinen besch\u00e4ftigen \u2013 meine Frau ben\u00f6tigt nach dem Urlaub eindeutig Urlaub.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Schlaft sch\u00f6n!<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Schon der gute Heinrich Heine wusste, dass \u201eder Schlaf die k\u00f6stlichste Erfindung ist\u201c. Vor dem Hintergrund dieser wichtigen Erkenntnis muss ich mir nun zusammen mit meiner Frau den Vorwurf machen, dass wir unseren Kindern, dem f\u00fcnfj\u00e4hrigen Lukas und der dreij\u00e4hrigen Lena, den Klassiker deutscher Dicht- und Erz\u00e4hlkunst in diesem entscheidenden Punkt bislang nicht n\u00e4her gebracht haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Anders kann ich mir jedenfalls nicht das Attentat unseres Gro\u00dfen erkl\u00e4ren, der neulich um drei Uhr nachts im Schlafzimmer stand und uns mit der Frage weckte, ob denn der Nikolaus jetzt endlich mit Geschenken gekommen sei \u2013 am 18. November! Erstaunlich ist, wie schnell man in einer solchen Situation p\u00e4dagogisch wertvolle Grunds\u00e4tze \u00fcber den Haufen wirft \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Gut, fr\u00fcher, in dieser seligen Zeit, als sich der Nachwuchs ausschlie\u00dflich aufs Brabbeln, Futtern, Windeln vollmachen und Schlafen im Vier-Stunden-Rhythmus (wenn\u2019s gut lief) konzentrierte, da geh\u00f6rte es zur Routine \u2013 dass meine Frau aufstand. Es waren ja schlie\u00dflich Babys. Da schl\u00e4gt man (na gut: frau) sich quasi mit der Konsequenz eines Naturgesetzes die N\u00e4chte um die Ohren. Doch heute? Der Junge kommt bald in die Schule. Wir erwarten etwas mehr R\u00fccksichtnahme auf die schwer arbeitenden Ern\u00e4hrer!<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Mit viel Geduld und sehr ausf\u00fchrlich haben wir ihm zum Beispiel die Vorgehensweise im Falle eines n\u00e4chtlichen \u201ePuller-Alarms\u201c vermittelt, bei dem wir nun endlich nicht mehr gebraucht werden wollten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Also: Das kleine Licht am Bett anmachen, die Leiter vorsichtig und \u00e4u\u00dferst leise herunterklettern, damit die kleine Schwester nicht wach wird, dann die Lampe im Bad anknipsen, den Toilettendeckel (ebenfalls) leise hochklappen und so weiter und so fort.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Was macht nun der \u00e4u\u00dferst clevere Portius junior? Er steht in tiefschwarzer Nacht wiederum im Schlafzimmer und verk\u00fcndet voller Stolz, dass er soeben das kleine Licht am Bett angemacht habe, die Leiter sch\u00f6n leise heruntergeklettert sei, dann die Lampe im Bad angeknipst und sogar den Deckel sanft behandelt habe \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eGute Nacht Mama, gute Nacht Papa\u201c, lautet sein abschlie\u00dfender und aufrichtiger Wunsch, bevor sich die elterliche Schlafzimmert\u00fcr wieder schlie\u00dft, nur um nochmals f\u00fcr einen wichtigen Hinweis ge\u00f6ffnet zu werden: \u201eLena ist gar nicht wach geworden!\u201c<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Mohnk\u00f6pfe und Doppelkorn<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Ich gebe es unumwunden zu. Im Laufe unseres nunmehr schon acht Jahre andauernden Aufzuchtprogramms \u201eLukas und Lena P.\u201c erreiche ich zusammen mit meiner Frau immer mal wieder den Punkt, an dem die Nerven blank liegen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Wir haben dann einfach keine Energie mehr f\u00fcr Diskussionen, die am fr\u00fchen Montagmorgen meistens so beginnen: \u201eMama, ich setze die M\u00fctze nicht auf, die ist total doof. So gehe ich nicht in den Kindergarten!\u201c. Beliebt ist auch der Klassiker \u201ePapa, Lena \u00e4rgert mich immer. Ich habe aber gar nichts gemacht, ihre Puppe ist von ganz alleine kaputt gegangen!\u201c, der besonders gerne w\u00e4hrend einer vielst\u00fcndigen Autofahrt aufgef\u00fchrt wird. So geht das Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche und auf jedem Ausflug. Mal ist der elterliche Typberater gefragt, dann wieder der Richter oder Polizist \u2013 anstrengende Rollenwechsel. Irgendwann denke ich dann \u00fcber ganz klitzekleine Bet\u00e4ubungspillen f\u00fcr unsere \u201elieben Kleinen\u201c nach. Meine Verkaufsargumente sind klar: \u201eKommt, ich habe hier leckere bunte Bonbons, die schmecken Euch bestimmt. Und wenn wir in vier Stunden bei Oma und Opa sind, dann seid Ihr wieder wach, gut ausgeschlafen und bestens gelaunt \u2026\u201c Ein wahrer Elterntraum, oder?<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Ganz so weit hergeholt ist dieser Wahnsinnsgedanke \u00fcbrigens nicht. Eine Abhandlung an der Universit\u00e4t Salzburg zum Thema \u201eKindheit im Mittelalter\u201c listet zum Beispiel auf, wie man bei Filius und Co. in der Zeit von etwa 1250 bis ca. 1500 den Ausknopf bet\u00e4tigte.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eWeiters gab man den Kindern Opium und Lik\u00f6r, um sie ruhig zu halten. Bekannt ist das leinene Lutschbeutelchen mit Mohn, das die Babys in eine Dauerschl\u00e4frigkeit versetzte. Sobald dieser allgebr\u00e4uchliche ,Zulp\u2019 oder ,Lutschbeutel\u2019 nicht mehr gen\u00fcgte, die Kleinen zur Ruhe zu bringen, wurde das unruhige Kind entweder mit Branntwein eingerieben oder mit einer Abkochung von Mohnk\u00f6pfen getr\u00e4nkt.\u201c<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Na, da geht es schon los! Mohnk\u00f6pfe haben wir recht selten im Vorratsregal, aber ob ich meinem allzeit ausf\u00fchrlich quasselnden T\u00f6chterchen und dem, sagen wir, stets lebhaften Sohnemann statt abendlichem Badeshampoo einfach mal ein Fl\u00e4schchen Doppelkorn f\u00fcr die K\u00f6rperpflege vorschlage? Besonders in der Karnevalszeit soll solches Verhalten bei Erwachsenen ja heute immer noch praktiziert werden. Und nach allem was man so h\u00f6rt, sind die angemalten Karnevalisten in K\u00f6ln oder sonst wo mehrere Tage lang recht gl\u00fccklich damit.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Abgesehen nat\u00fcrlich von kleineren Schl\u00e4gereien unter Alkoholeinfluss, die ganz traditionell in den schmalen Seitengassen am Rande der Rosenmontagsz\u00fcge stattfinden. Sollten Sie, liebe Erziehungsberechtigte, einmal Lust auf derartige kulturelle Erfahrungen haben, lassen Sie es aber bitte nicht so weit kommen, dass \u201eKnochen verrenkt\u201c, \u201eAugen ausgekratzt\u201c oder \u201eOhren abgerissen\u201c werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Solche Besch\u00e4digungsbestrebungen unterstellte man im Mittelalter lieber S\u00e4uglingen. Eltern wickelten ihre Z\u00f6glinge deshalb h\u00e4ufig im Stile einer Mumie bis zur Bewegungsunf\u00e4higkeit ein. Ein durchaus komplizierter Vorgang, der in alter Zeit bis zu zwei Stunden in Anspruch nahm. Heute l\u00e4sst sich \u00c4hnliches allenfalls beim \u201elieben Enkelkind\u201c beobachten, wenn Omas selbst gestrickter Pullover etwas zu klein ausgefallen ist. In einem solchen Falle habe sogar ich Verst\u00e4ndnis, wenn der Montagmorgen so beginnt: \u201ePapa, ich ziehe den Pulli nicht an \u2026!\u201c<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Meine Frau ist daf\u00fcr verantwortlich!<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Reden wir heute \u00fcber Vererbung. Sie wissen schon, ich meine jene geheimnisvollen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der Natur, die daf\u00fcr sorgen, dass unerw\u00fcnschte Eigenschaften der Kinder immer vom anderen Elternteil stammen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Nehmen wir als Beispiel unsere zweieinhalbj\u00e4hrige Tochter, die ohne Zweifel und objektiv gesehen ebenso s\u00fc\u00df wie clever ist. Sie hat halt sehr viel vom Papa. Nur in einem Punkt komme ich ernsthaft ins Gr\u00fcbeln.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Unser M\u00e4dchen erz\u00e4hlt n\u00e4mlich sehr viel. Pr\u00e4ziser: Sie quasselt ununterbrochen. Und das hat sie definitiv nicht von mir. Irgendwo in der m\u00fctterlichen Vererbungslinie hat ganz offensichtlich jemand zu oft \u201eHier!\u201c gerufen. Meiner Frau gegen\u00fcber lasse ich diese gesicherte Erkenntnis nat\u00fcrlich nicht durchblicken. Ich sag\u2019s ja: Reden ist nicht meine Lieblingsbesch\u00e4ftigung, und im \u00dcbrigen favorisiere ich ein m\u00f6glichst harmonisches Eheleben \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Nun sind wir prinzipiell nat\u00fcrlich sehr stolz auf unsere Zweitgeborene, nicht zuletzt l\u00e4sst sich mit ihr auf dem Spielplatz in H\u00f6rweite von &#8222;Dadadada-Eltern\u201c \u2013 die Spr\u00f6sslinge im gleichen Alter auf der Schaukel sitzen haben \u2013 wunderbar punkten (dieser zugegeben etwas billige Triumph bleibt aber unter uns):<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">\u201ePapa, darf ich bitte das, den neuen roten Eimer, den Mama mir gekauft hat, als wir \u00fcbermorgen, vorher beim Kinderarzt waren, auf dem der Babyb\u00e4r und Mama B\u00e4r drauf gedruckt sind, der an der, der Wippe liegt, auf der Lukas gerade rumturnt, was er ja nicht darf, weil er runterfallen kann und sich dabei weh tut, tun kann, haben?\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">So geht das den ganzen Tag. Wobei ich zugeben muss, dass der Satz gesch\u00f6nt ist: \u201eDarf ich bitte\u201c muss unbedingt durch \u201eich will\u201c ersetzt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Dieser Redeeifer, die st\u00e4ndig eingeforderte Empfangsbereitschaft (\u201ePapa, h\u00f6r\u2019 mir doch mal zu!\u201c) f\u00fchrt im Ergebnis dazu, dass ich schon morgens den Nachwuchs mit Badeschlappen in den Kindergarten fahre, mein Handy an der heimischen Steckdose l\u00e4dt und l\u00e4dt und immer noch l\u00e4dt, ich beim sonnt\u00e4glichen Familienausflug mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit die richtige Autobahnausfahrt verpasse, Einkaufszettel auf dem K\u00fcchentisch liegen lasse und auch sonst h\u00e4ufig nicht mehr wei\u00df, was ich gerade tun wollte (\u201ePapa, das kann ja wohl nicht sein!\u201c). Trotzdem: Sie ist so s\u00fc\u00df, unsere kleine Quasselstrippe. Deshalb neige ich nun auch dazu, meiner Frau zu verzeihen. Die Frage ist nur, ob ich ihr das auch sage \u2026<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Injektionsfee<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eAch, Papa, Du hast ja wirklich gar keine Ahnung\u201c, so das vernichtende Urteil meines F\u00fcnfj\u00e4hrigen, der sich neuerdings voller Aufopferung bem\u00fcht, mich in die tieferen Geheimnisse seiner Yu-Gi-Oh-Karten einzuweihen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Yu-Gi-Oh? H\u00f6rt sich irgendwie nach einer fern\u00f6stlichen Leckerei an, die laut Rezept auf einen ordentlichen Happen Hund nicht verzichten kann, oder? Tats\u00e4chlich sind es aber kleine K\u00e4rtchen, auf denen die seltsamsten Monster abgebildet sind. Phantasiegestalten, die ich mir schon in den seligen Zeiten nicht ausdenken konnte, als zusammen mit Freunden f\u00fcnf Tage hintereinander Junggesellenabschied gefeiert und schon morgens die Mundhygiene mit einem gut gek\u00fchlten Pils sinnvoll unterst\u00fctzt wurde \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Keine Ahnung warum, aber unser Sohnemann liebt diese h\u00e4sslichen Ausgeburten pfiffiger Verkaufsstrategen, die es ja doch nur wieder auf das gute Geld von Mama und Papa oder gerne auch Oma und Opa abgesehen haben. Erkl\u00e4ren Sie das aber mal einem Filius, der seine Karten mit gro\u00dfem Eifer h\u00fctet und immer noch mehr haben m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Worum es in dem Spiel geht? Mein Sohn hat v\u00f6llig Recht, ich habe wirklich keinen blassen Schimmer! Er allerdings auch nicht. Die Erkl\u00e4rungstexte auf den Karten kann er noch nicht lesen \u2013 f\u00fcr ihn sind die Bilder wichtig.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Das Buchstabenmanko hindert ihn aber nicht daran, seine eigene Regeln zu basteln, die stets, oh Wunder!, zu einer vernichtenden Papa-Niederlage f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Auf einer omin\u00f6sen \u201eHinweiskarte\u201c des Spiels hei\u00dft es: \u201eWenn du Monster magst, die schwer zu zerst\u00f6ren sind, solltest du versuchen, mit Ninja-Monstern zu spielen. Diese Karten verlangen das Bezahlen von Life Points, weil sie m\u00e4chtig sind. Injektionsfee Lily ist ein solches Monster.\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Noch Fragen? Ich habe schon noch einige: Nimmt das Seelengeb\u00e4ude des Stammhalters ernsthaft Schaden? Wird er sp\u00e4ter anstatt Atomphysiker oder wenigstens Autoverk\u00e4ufer wom\u00f6glich Politiker? Nicht auszudenken! Andererseits: Ich bin ja auch mit K\u00e4rtchen gro\u00df geworden und darf heute sogar in dieser Kolumne dilettieren \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Auf meinen Karten waren allerdings immer Fu\u00dfballer drauf, die Sepp Maier, G\u00fcnther Netzer oder Gerd M\u00fcller hie\u00dfen. Gut, ausgemachte Sch\u00f6nlinge blickten mich da auch nicht an, doch von Monstern waren sie in aller Regel weit entfernt. Eine Ausnahme gab es allerdings: Ein Spieler namens Horst Hrubesch, der spielte damals beim HSV und wurde gerne \u201eKopfballungeheuer\u201c genannt.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Hirnprobleme<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich habe zum Gl\u00fcck eine recht stabile Psyche. Und das ist auch gut so. Ansonsten h\u00e4tte mich die seit Monaten anhaltende und \u00fcberaus vernichtende Niederlagenserie gegen meinen f\u00fcnfj\u00e4hrigen Sohn wohl schon l\u00e4ngst in die Verzweiflung getrieben. Kennen Sie das auch? Immer wieder versuche ich, gegen den Spr\u00f6ssling im \u201eMemory\u201c zu gewinnen. Sie wissen schon, ich meine jenes Spiel, bei dem man sich merken muss, wo zum Teufel die passenden Bildpaare liegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Mein Hirn ist bei diesem Spiel aber offensichtlich keine ausreichende Hilfe mehr, um das diebische Siegergrinsen meines kleinen Gegners wenigstens im Ansatz unterdr\u00fccken zu k\u00f6nnen! Langsam ist nun in mir die Erkenntnis gereift, dass, wenn man nicht gerade eine herumchaotisierende Schnarchnase im Kinderzimmer wohnen hat, sich am Ausgang dieses Spiels auch nichts mehr \u00e4ndern wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Ein f\u00fcnf Jahre alter Kopf ist einfach in punkto Aufnahmef\u00e4higkeit auf dem H\u00f6hepunkt seiner Leistungsf\u00e4higkeit, w\u00e4hrend ich mir wohl mal langsam irgendwo notieren sollte, wie man denn eigentlich Gem\u00fcsebr\u00fche l\u00f6ffelt \u2026<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Um meine Papa-Frustration in Grenzen zu halten, lade ich den Merkmeister hin und wieder zu einer Partie Minigolf ein oder schie\u00dfe mit ihm aus drei\u00dfig Metern aufs Tor.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Hier habe ich noch Koordinations- und auch Kraftvorteile, doch ich ahne bereits in einigen wenigen Jahren das Ende meiner \u00dcberlegenheit.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Absolut unumstritten bin ich in seinen Augen daf\u00fcr noch im beliebten Bereich \u201eabendliche Reparaturarbeiten\u201c. Ich m\u00f6chte nicht wissen, wie viele Kilogramm Klebstoff in unserem Hause in den vergangenen Jahren verbraucht wurden, um abgerissene Spoiler an Spielzeugautos (\u201ePapa, der ist einfach auf der falschen Seite gefahren!\u201c), gek\u00fcrzte Pferdebeine (\u201ePapa, das war nicht meine Schuld, der b\u00f6se Ritter war\u2019s!\u201c) oder die arg gerupfte Indianer-Federhaube zu flicken (\u201ePapa, das war ein Angriff. Ich konnte nichts machen. Ehrlich!\u201c).<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Doch allzu lange darf ich mich nie in der W\u00e4rme seiner Anerkennung sonnen. Sehr schnell kommt sie wieder, diese eine Frage: \u201ePapa, spielen wir Memory?\u201c Neuerdings gibt\u2019s f\u00fcr den Unerbittlichen sogar noch Verst\u00e4rkung: \u201eIch will auch mitspielen und gewinnen!\u201c, fordert die kleine Schwester triumphierend. Ob sie wohl vorher ein bisschen Lust auf Torschusstraining hat?<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Adlerfedern auf dem Kopfkissen<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a name=\"__DdeLink__90_1701158632\"><\/a><span style=\"color: #000000;\">Ich bin neuerdings Experte f\u00fcr Saurier. Kein Quatsch. Mir ist der Pteranodon, ein gro\u00dfer und wendiger Flugsaurier, ebenso ans Herz gewachsen wie der Triceratops mit seinen modischen H\u00f6rnern und dem beeindruckenden Nackenschild. Ich kann mittlerweile ohne Probleme einen Fleisch- von einem Pflanzenfresser unterscheiden und dar\u00fcber philosophieren, wer wohl st\u00e4rker war.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Das etwas versch\u00fcttete Schulwissen ist nun wieder mit Daten zum Alter des Sonnensystems (etwa 4,6 Milliarden Jahre) und um die drei Perioden des Erdmittelalters (Trias, Jura und Kreide), die gro\u00dfe Zeit der Dinos, aufgefrischt.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Und wem habe ich das zu verdanken? Meinem vierj\u00e4hrigen S\u00f6hnchen, der Namen wie Compsognathus, Tyrannosaurus Rex und Brachiosaurus so souver\u00e4n runterbetet wie der Papa einst die Namen der Weltmeister von 1974: Vogts, Breitner, Beckenbauer, H\u00f6lzenbein, Overath \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Hat sich im Grunde also nichts ge\u00e4ndert: W\u00e4hrend ich einst die Fu\u00dfballschuhe vor dem Bett geparkt hatte, schlummert heutzutage beim Sohnemann halt ein niedlicher Plastiksaurier auf dem Kopfkissen. Eigentlich alles kein Problem, schlie\u00dflich m\u00f6chten wir als verantwortungsvolle Eltern den Wissenschaftlernachwuchs nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">In der vergangenen Woche hatte der kleine Pal\u00e4ontologe allerdings eine ganz tolle Idee: \u201ePapa, ich brauche ein Fleischfresser-Kost\u00fcm f\u00fcr Karneval!\u201c Wo zum Teufel bekommt man das denn her? Der erste Impuls war, meine Frau in ein geeignetes Museum zu schicken. Irgendwie muss man doch ein Schnittmuster von den Viechern malen k\u00f6nnen, um dann mit der N\u00e4hmaschine \u2026<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Der Blick meiner Gattin reichte, um diese Idee nicht weiter zu verfolgen. Also besann ich mich wieder auf die eigene Kindheit, die neben Fu\u00dfball ja auch noch aus der gro\u00dfen weiten Welt des Wilden Westens bestand. Wir kramten die entsprechenden B\u00fccher hervor und erz\u00e4hlten vom tapferen Sitting Bull, rasend schnellen Indianerpferden und gef\u00e4hrlichen B\u00fcffeljagden. Und es hat geklappt! Unser Sohn marschiert jetzt als H\u00e4uptling in den Kindergarten und die kleine Schwester \u2013 ein netter Nebeneffekt \u2013 als Cowgirl. Die Ausstattung gab es ohne Probleme im Supermarkt an der Ecke. Auf dem Kopfkissen des Stammhalters liegen jetzt allerdings ein Dino, ein Tomahawk und Adlerfedern \u2026<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator border_width=&#8220;2&#8243; el_width=&#8220;80&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Waagschale des Lebens<\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Neulich bin ich auf eine interessante Statistik gesto\u00dfen. Unter der \u00dcberschrift \u201eWas verk\u00fcrzt unser Leben? \u2013 Mittlere Verringerung der Lebenserwartung in Tagen durch verschiedene Risiken\u201c gab es einige erstaunliche Zahlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Wussten Sie zum Beispiel, dass Spazierg\u00e4nge auf der Stra\u00dfe das Leben statistisch gesehen um 37 Tage verk\u00fcrzen? Armut schl\u00e4gt mit minus 700 Tagen zu Buche und Zigaretten rauchende Frauen m\u00fcssen ganze 800 Tage abziehen. Da fallen Kaffee trinken (sechs Tage weg) und der Genuss der Anti-Baby-Pille (minus f\u00fcnf) wohl kaum ins Gewicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Den Vogel schie\u00dfen allerdings M\u00e4nner ab, die unverheiratet sind: Um rund 3.500 Tage verk\u00fcrzt sich ihr Leben. Frauen, die ohne Trauschein durchs Leben wandeln, scheinen sich das nicht ganz so zu Herzen zu nehmen: Lediglich 1.600 Tage sollten sie abziehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Nun kann man speziell als Kind des Ruhrgebiets gen\u00fcsslich spekulieren, was einem sonst noch Lebenszeit klaut. Wie sieht es zum Beispiel mit leidgepr\u00fcften m\u00e4nnlichen Fans des VfL Bochum aus, die eine Dauerkarte f\u00fcrs Ruhrstadion besitzen und auch sonst kaum ein Ausw\u00e4rtsspiel verpassen? Hier scheint mir der Abzug von pauschal 6.300 Tagen angebracht. Kleiner Tipp: Singles arrangieren vor dem kommenden Match noch schnell eine Hochzeit und specken ab.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Ein \u00dcbergewicht von 20 Prozent bedeutet n\u00e4mlich eine Verk\u00fcrzung von 900 Tagen. Anders ausgedr\u00fcckt: Diesen Sportskameraden entgehen allein wegen ihrer Naschsucht am Ende rund drei Spielzeiten der 2. Liga \u2013 was allerdings (ganz im Vertrauen) f\u00fcr VfL-Fans durchaus eine Erl\u00f6sung sein kann.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn sie jetzt noch im Stadion aufs Bierchen verzichten (Alkohol minus 130), im Berufsleben konsequent den Kohlebergbau meiden (minus 1.100 Tage) und sich nicht vorher umbringen (Abzug von 95 Tagen), ist ein Besuch im Fu\u00dfballtempel an der Castroper Stra\u00dfe fast schon ohne Gefahr m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Wie gehe ich pers\u00f6nlich mit solchen Zahlen um? Nun, ich favorisiere die Mischkalkulation. Zwar habe ich wohl etwas \u00dcbergewicht, wage mich gelegentlich auf die Stra\u00dfe und muss aus beruflichen Gr\u00fcnden ins Stadion, doch ich kann immerhin meine Ehefrau in die Waagschale des Lebens werfen. Apropos Frau: Es gibt ja viele Kulturen, in denen das Familienoberhaupt gleich sechs Gattinnen hat. Das macht ein statistisches Plus von rund 21.000 Tagen \u2013 also etwa 57 Jahren. So rechnet man! Ich werde nun dieses Ansinnen mal meiner Frau vortragen, schlie\u00dflich habe ich gute Argumente auf meiner Seite. Mal sehen, wie es mir nach dem Gespr\u00e4ch gesundheitlich geht \u2026<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D199|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;701&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][vc_column_text] W\u00e4hrend meiner T\u00e4tigkeit als Redakteur rief ich die Zeitungskolumne \u201eNeulich\u201c ins Leben, in der ich mich w\u00f6chentlich den kleinen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":701,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[10],"class_list":["post-594","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-publikation"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=594"}],"version-history":[{"count":41,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2447,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/594\/revisions\/2447"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/portius-fotografie.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}