{"id":6296,"date":"2026-03-01T14:11:11","date_gmt":"2026-03-01T12:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=6296"},"modified":"2026-03-01T14:11:11","modified_gmt":"2026-03-01T12:11:11","slug":"maerz-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/portius-fotografie.com\/?p=6296","title":{"rendered":"M\u00e4rz 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;6298&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220; css=&#8220;&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Reden wir diesmal \u00fcber das Autofahren in der Subarktis und Arktis. Die mitunter extremen Witterungsverh\u00e4ltnisse verlangen hier oftmals gute Nerven und auch Know-how. All das ist auf dem herbstlichen Luftbild nicht zu erahnen, denn am Polarkreis ist der Winter die wahre Herausforderung. Abgelichtet ist die schwedische Reichsstra\u00dfe 95, die vom Bottnischen Meerbusen im Osten bis ins westlich gelegene Bod\u00f8 am Nordatlantik in Norwegen f\u00fchrt. Ich habe in Blickrichtung Westen fotografiert. Am Horizont, noch gut 200 Kilometer entfernt, l\u00e4sst sich der Gebirgszug der Skanden erahnen, ein 1700 Kilometer langer und bis zu 2500 Meter hoher Gebirgszug, der nicht zuletzt als Wetterscheide zwischen der vom warmen Golfstrom gepr\u00e4gten norwegischen K\u00fcstenlinie und dem deutlich k\u00e4lteren Landesinneren Schwedens fungiert. Das quasi nicht vorhandene Verkehrsaufkommen ist hier oben die Regel. Ich musste mit der Drohne in der Luft einige Minuten warten, bis endlich ein Pkw aufgetaucht ist.<\/p>\n<p><strong>Sekundenlange Blindfahrt<\/strong><\/p>\n<p>Wieso sind gute Nerven hilfreich? Im Winter, wenn sich die Kontraste aufl\u00f6sen und der Stra\u00dfenverlauf oft genug nur an den orange- oder gelbfarbenen Markierungsstangen zu erkennen ist, die jeden Herbst neu gesteckt werden, ist der \u201eSchneestaub\u201c f\u00fcr nicht eingeweihte Verkehrsteilnehmer eine Gefahr, die zu sekundenlanger Blindfahrt f\u00fchrt. In der trockenen Winterluft wirbelt der auf der Fahrbahn liegende Schnee sehr leicht auf. Insbesondere Lkw auf der Gegenfahrbahn sorgen f\u00fcr starke Luftverwirbelungen, die zu einer Sicht f\u00fchren, die f\u00fcr laaange Zeit gleich null ist. Hier helfen dann nur eine niedrige Eigengeschwindigkeit und kein panisches Verrei\u00dfen des Lenkrads. Die Bankette von Lapplands Stra\u00dfen sind n\u00e4mlich entweder nicht vorhanden oder unbefestigt, insofern landet man schnell abseits der Piste und mit Pech auch in den B\u00e4umen oder im Gegenverkehr. Die Stra\u00dfengr\u00e4ben sind zudem sehr tief und steil, um die enormen Schmelzwassermengen im Fr\u00fchjahr aufnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Winterdienst ist ein R\u00e4tsel<\/strong><\/p>\n<p>Gegen Ende des Winters schieben Schneepflugfahrer mit ihren Schilden die aufget\u00fcrmten Schneemauern von den Stra\u00dfenr\u00e4ndern weg. Die Idee dahinter: Schmelzwasser soll nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig auf den Asphalt laufen und dort eventuell gefrieren. Manche Fahrer stellen ihren Schild jedoch so ein, dass der ger\u00e4umte unbefestigte Fahrbahnrand auf gleicher H\u00f6he mit dem Stra\u00dfenniveau liegt. Im Ergebnis ist besonders f\u00fcr unerfahrene Touristinnen und Touristen ein 1,5 Meter breiter und glatt gezogener \u201eSeitenstreifen mit Schneeauflage\u201c zu sehen, der sich scheinbar wunderbar eignet, um mal eben rechts ranzufahren und ein paar Fotos zu schie\u00dfen. Das Fahrzeug kippt jedoch sofort weg und kann nur noch vom Abschleppdienst geborgen werden. In jedem Fr\u00fchjahr sehe ich solche Situationen. Warum nicht alle Schneepflugfahrer ihren Schild etwas h\u00f6her stellen und so eine optische Barriere schaffen, bleibt f\u00fcr mich wohl immer ein R\u00e4tsel, denn ein Teil des Winterdienstes macht es genau so.<\/p>\n<p><strong>Luxus beim Einsteigen<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Autos haben in der Frontsch\u00fcrze eine Steckeraufnahme, an die sich ein Stromkabel anschlie\u00dfen l\u00e4sst. Dieses System nennt sich Motorw\u00e4rmer und sorgt nach dem Prinzip eines Tauchsieders daf\u00fcr, dass das Glykol-\/Wassergemisch des K\u00fchlkreislaufs nicht einfriert. Im Innenraum ist zudem oft noch eine Steckdose im Fu\u00dfraum des Beifahrers verbaut, an die sich ein Hei\u00dfluftgebl\u00e4se anschlie\u00dfen l\u00e4sst (Kup\u00e9v\u00e4rmare auf Schwedisch) und in aller Regel \u00fcber eine Zeitschaltuhr gesteuert wird. Bei -40 \u00b0C Au\u00dfentemperatur bietet das kleine Teil ein echtes Luxusgef\u00fchl beim Einsteigen \u2026<\/p>\n<p>Sehr beliebt ist \u00fcbrigens, vor dem Losfahren zu vergessen, dass der Pkw noch am Strom h\u00e4ngt. Im Stra\u00dfenbild sind dann Fahrzeuge mit herausgerissenen Steckern oder baumelnden Stromkabeln zu sehen \u2026 Ist kein Motorw\u00e4rmer verbaut und\/oder stimmt die Klassifikation des Motor\u00f6ls nicht, k\u00f6nnen kapitale Motorsch\u00e4den die Folge sein, da die Schmierung durch das dann z\u00e4hfl\u00fcssige \u00d6l unzureichend ist.<\/p>\n<p><strong>Plastikteile auf der Stra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Rentiere sind, zumindest in Bezug auf den Stra\u00dfenverkehr, kognitiv teilm\u00f6bliert. Zu jeder Tages- und Nachtzeit stehen sie auf Lapplands Stra\u00dfen \u2013 gerne hinter Kurven. Sie bewegen sich bei Fahrzeugann\u00e4herungen auch kaum zur Seite. Optimistische Lkw-Fahrer aus dem S\u00fcden nutzen dann ganz gerne ihr Signalhorn \u2013 nat\u00fcrlich ohne Erfolg. Es hilft also nur, langsam und sehr aufmerksam zu fahren, um folgenschwere Unf\u00e4lle zu vermeiden. Ich habe vor einigen Jahren leider mal ein K\u00e4lbchen erwischt, das genau auf meiner H\u00f6he aus dem tiefen Stra\u00dfengraben heraus die Fahrbahn \u00fcberqueren wollte. Es war vorher nicht zu sehen, und die Physik des Anhaltewegs (Reaktionsweg plus Bremsweg) l\u00e4sst sich nicht austricksen. Ich habe die Polizei noch vor Ort telefonisch informiert und mit einem speziellen orangefarbenen Band, das in keinem Pkw, der im hohen Norden gefahren wird, fehlen sollte, die Unfallstelle markiert. Aufgrund meiner Positionsangabe konnte die Polizei feststellen, welchem Rentierz\u00fcchter das Tier sehr wahrscheinlich geh\u00f6rt. Nur die offizielle Meldung des Unfalls f\u00fchrt dazu, dass der schwedische Staat dem Z\u00fcchter seinen Verlust ersetzt. Mir blieben erstaunlich viele auf der Stra\u00dfe verteilte Plastikteile und ein reger Schrift- und Fotowechsel mit der Versicherung.<\/p>\n<p><strong>Lange Stelzen sind ein Problem<\/strong><\/p>\n<p>Richtig ernst kann es hingegen werden, wenn ein Elch der Unfallgegner ist. Jedes Jahr gibt es allein in Schweden rund 5000 Zusammenst\u00f6\u00dfe mit diesen Tieren, die f\u00fcr Fahrzeuginsassen auch immer wieder t\u00f6dlich enden. Das Problem sind die langen Beine ausgewachsener Tiere. Werden diese \u201elangen Stelzen\u201c von der Frontpartie des Autos getroffen, k\u00f6nnen die gut 500 Kilogramm schweren Tiere \u00fcber die Motorhaube hinweg direkt in die Frontscheibe geschleudert werden \u2026<\/p>\n<p><strong>Nutzlose Sensoren und Kameraaugen<\/strong><\/p>\n<p>Mein Wagen ist in der Wintersaison mit Spikereifen ausger\u00fcstet. Hierbei handelt es sich um spezielle Winterreifen, bei denen im Profil Metallstifte eingearbeitet sind, die den Grip insbesondere auf Eis und betonhartem Schnee verbessern. Aber auch hier gilt: Die Physik l\u00e4sst sich in letzter Konsequenz nicht austricksen \u2026<\/p>\n<p>Austricksen l\u00e4sst sich auch nicht der Umstand, dass alle au\u00dfen am Auto verbauten Sensoren und Kameraaugen f\u00fcr etwa sechs Monate im Jahr komplett nutzlos sind. Sie werden vom sommerlichen Staub der Pisten im Hinterland, von Schnee und Eis oder einer extrem tief stehenden Sonne au\u00dfer Gefecht gesetzt. Im Innenraum blinkt und hupt es dann immer aufgrund entsprechender Hinweise. Ich drehe dann meist die Musik lauter, denn es gibt nichts Sch\u00f6neres als in Lappland Auto zu fahren. Und das meine ich ernst.<\/p>\n<p><em><strong>Foto:<\/strong> \u201eReichsstra\u00dfe 95 aus der Luft\u201d, Schwedisch-Lappland. DJI Mini 2 Drohne, 1\/320 sec, f\/2.8, ISO 100.<\/em>[\/vc_column_text][lab_button title=&#8220;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8220; type=&#8220;standard&#8220; link=&#8220;url:http%3A%2F%2Fportius-fotografie.com%2F%3Fpage_id%3D72|||&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;6298&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220; css=&#8220;&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Reden wir diesmal \u00fcber das Autofahren in der Subarktis und Arktis. 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