Jedes Jahr im März zieht es geneigte Nordschweden wieder verstärkt in die Natur, denn dann werden die Tage am Polarkreis schnell länger – und extrem kalte Temperaturen, die noch im Dezember und Januar bei durchaus -35 °C liegen konnten, gehören der Vergangenheit an. Nun geht es mit Kind, Kegel und Schneescooter raus zum Eisfischen auf Barsch, Hecht und Co., oder Schwedens Natur- und Technikfans treffen sich mit Freunden und Familienmitgliedern zu gemeinsamen Scooterausflügen ins Fjäll, die meist mit einem gemütlichen Lagerfeuer im Schnee enden. Während in Mitteleuropa die ersten Cafés bereits Tische und Stühle vor die Tür stellen und sich die Radwege zwischen Alster und Inn wieder wachsender Beliebtheit erfreuen, erprobt Nordschwedens Jugend im Frühling die PS-starken Scooter ausgiebig im Tiefschnee und auf ausgedehnten Eisflächen.
Tragfähiges Eis bis in die dritte Maiwoche
Je nach Ortslage und den allgemeinen Witterungsbedingen bieten die ungezählten Seen Lapplands meistens bis in die dritte Maiwoche hinein ausreichend tragfähiges Eis, um sich mittels Scooter austoben zu können. Schwedens Jugendliche schätzen diese Gefährte als Statussymbole. Sie haben bei ihnen einen ähnlichen Stellenwert wie Motorräder bei Altersgenossen in Deutschland oder sonst wo. Mit dem Rückzug des Eises wachsen sportlicher Ehrgeiz und Risikobereitschaft, um die Grenzen der Physik auszutesten. Mit einem mehr als 200 kg schweren Scooter übers Wasser zu fahren, setzt jedenfalls eine ausreichend hohe Geschwindigkeit und fahrerisches Können voraus …
Foto: „Wasser-Scooter“, Lappland, Schweden. Canon EOS 7D, f/4.0-5,6 VC Di USD, SP 70-300 mm, 175 mm, 1/1000 sec, f/7,1, +0,33, ISO 200