Am 29.12. des vergangenen Jahres wollte ich es wissen: Bei einer Schneehöhe von rund eineinhalb Metern, einem eisigen Wind, mit Schneeschuhen an den Füßen und Kamera auf dem Rücken habe ich mich ins „Gebirge der fünf Gipfel“ aufgemacht, das knapp außerhalb des kleinen Ortes Arvidsjaur in Schwedisch-Lappland liegt.
Abgesehen hatte ich es auf „Schneetrolle“, die aufgrund einer festen und mitunter sehr voluminösen Schnee- und Eisbildung an Bäumen entstehen. Im benachbarten Finnland heißt dieses Phänomen „Tykky“. Ein Wort, für das es in der deutschen Sprache keine zufriedenstellende Entsprechung gibt. Tykky bildet sich bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit in Form von Nebel, der sich auf den Ästen von zum Beispiel Fichten niederschlägt und einen glasurartigen Überzug bildet. Dieser ist eine ideale Haftgrundlage für Schnee- und Eiskristalle, die sich im Laufe eines langen Winters mehr und mehr ansammeln. Je nach Größe des Baumes kann ein Gewicht von mehreren Tonnen zusammenkommen, unter denen dieser gar nicht selten zerbricht. Ist dann zufällig noch eine Freileitung im Weg, kann das Phänomen auch zu längeren Stromausfällen führen.
Foto: „Tykky“ in Schwedisch-Lappland. Canon EOS 6D Mark II, 5,6-6,3, 150-600 mm DG OS HSM, 562 mm, 1/1000 sec, f/6,3, ISO 1000.