Ostern steht vor der Tür. Jetzt beginnt sie wieder, die wichtigste Zeit des Jahres für Eisangelausflüge und Schneemobiltouren mit der Familie und Freunden in die Weiten von Taiga und Fjäll. Im zu Ende gehenden Winter sind die Temperaturen nun zumeist im moderaten Minusbereich, das Eis auf den Seen trägt noch zuverlässig, und die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beträgt Ende März hier am Polarkreis bereits wieder stolze 13,5 Stunden. In unserem Ferienhaus in Arjeplog sind jetzt Petrijünger aus dem Nachbarland Finnland zu Gast, die mit großem Angelgepäck anrücken und mittels Eisbohrern, Haken und Ködern auf den ungezählten Seen der Region versuchen, Schuppenwild für die Pfanne und das Ego zu erwischen.
Lebensgefühl auf dem Hänger
Kaum ein Pkw ist aktuell auf den Straßen der Region zu sehen, der nicht einen Hänger zieht, auf dem nicht ein PS-starkes Schneemobil verzurrt ist. Die Maschinen sind nicht nur Ausdruck eines identitätsstiftenden Lebensgefühls, sondern auch Statussymbol vieler Nordskandinavier. Nicht ganz so leicht haben es diesbezüglich nur Norwegerinnen und Norweger. In ihrem Land sind die gesetzlichen Regelungen deutlich strenger als in Schweden. „Fun-Driving“ abseits präparierter Pisten ist in Norwegen grundsätzlich verboten. Ein wichtiger Grund für den Schneemobiltourismus in die grenznahen Regionen zu Schweden.
Gutelaunemacher
Das Foto zeigt unser Schneemobil auf dem Haussee Maskaure, der praktischerweise direkt vor der Tür liegt. Fotografiert habe ich es am 1. Januar. Ich bin rausgefahren, um das erste ernsthafte Sonnenlicht des Winters einzufangen. Es war kurz nach 11:00 Uhr, als ich den Auslöser gedrückt habe, wenige Minuten später war der Gutelaunemacher bereits wieder hinter dem Horizont verschwunden. Seit dem vergangenen Herbst habe ich übrigens den Zustand der Batterie mittels Ladegerät penibel im Auge behalten. Es gibt nämlich nichts Peinlicheres, als wenn Nachbarn mit laufenden Scootern vor der Tür stehen, und die eigene Karre springt nicht an. Ich weiß, wovon ich rede. Meistens jedenfalls.
Foto: „Scooter auf dem Maskaure“. Canon EOS 500D, 3,5-6,3, 18-200 mm, 18 mm , 1/160 sec, f/5,0, ISO 200
